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"Oste-Lobby" sieht Vereinsziele in Gefahr


_MG_3250.jpgDie gemeinnützige Arbeitsgemeinschaft Osteland e. V. schlägt Alarm. Die 580 Mitglieder starke "Lobby für die Oste" sieht einige ihrer zentralen Vereinsziele in Gefahr, die sie bei der Gründung 2004 in der Satzung verankert hat: Erhaltung und Förderung der Schwebefähre Osten - Hemmoor, des überragenden Wahrzeichens des mittleren Drittels des Elbe-Weser-Dreiecks; Schutz von Natur und Landschaft am längsten Nebenfluss der Niederelbe; Förderung eines sanften Tourismus in der strukturschwachen Flussregion.

In seiner August-Sitzung im Gasthaus "Zum Osteblick" in Gräpel (Landkreis Stade) begrüßte der Osteland-Vorstand die kürzlich vom Rat der Gemeinde Osten einstimmig bekräftigte Ablehnung eines Windparkstandorts in nur 2,9 Kilometern Abstand von der Schwebefähre, des einzigen Baudenkmals von nationaler Bedeutung im Landkreis Cuxhaven. 

Zumal am Rande der Gemeinde ein weniger heikler Standort zur Verfügung stehe, sei es unverantwortlich, wenn die Kreisverwaltung in ihrem Regionalen Raumordnungsprogramm (RROP) bis zu 200 Meter hohe Windindustrieanlagen in Sichtweite der 37 Meter hohen Schwebefähre ansiedeln wolle; damit würden die Aussichten eines supranationalen Antrags auf Einbeziehung in das UNESCO-Welterbe erkennbar gemindert.

Eine Gefahr für die einzigartige Flusslandschaft der Unteren Oste sieht die AG Osteland darüber hinaus insbesondere in einer der zurzeit diskutierten Varianten der Tennet-Stromtrasse. 

Wenngleich eine Querung der Oste nicht zu vermeiden sei, wenn Windstrom von Nord- nach Süddeutschland transportiert werden soll, müsse jedoch vermieden werden, dass die Oste gleich zweimal in Mitleidenschaft gezogen werde. Das aber wäre bei jener Untervariante der Fall, die den Fluss sowohl bei Großenwörden (Landkreis Stade) als auch bei Nieder Ochtenhausen (Landkreis Rotenburg) queren würde. 

Daher unterstützt der Verein die Position der von Osteland-Mitglied Klaus Liedtke (Großenwörden) gegründeten Bürgerinitiative gegen diese besonders beeinträchtigende Trassenführung. Begrüßt wird die Forderung der niedersächsischen Landesregierung, das SuedLink-Stromkabel zumindest in sensiblen Landschaftsteilen unterirdisch zu verlegen.

Eine dritte Negativentwicklung befürchtet die AG Osteland für den Flussabschnitt zwischen der Südgrenze von Geversdorf und der Nordgrenze von Neuhaus in der Samtgemeinde Am Dobrock. 

Zwar wird die von der EU wiederholt angemahnte Unterschutzstellung dieses Teils der Flusslandschaft von der Arbeitsgemeinschaft generell begrüßt. Abgelehnt wird jedoch - im Einvernehmen mit dem Ostedeichverband - ein befürchtetes Betretungsverbot auch für den (künstlich angelegten) Deichkörper. 

Daher unterstützt die AG Osteland, so Vorsitzender Jochen Bölsche (Osten), eine Online-Petition ihres Mitglieds Günter Lunden, des Ortsheimatpfleger von Geversdorf, gegen ein "Deichwanderverbot"; eine derartige Regelung würde den langjährigen Bemühungen um Förderung eines sanften Tourismus in der Region entgegenwirken.

Nichts abgewinnen kann die ehrenamtlich tätige Arbeitsgemeinschaft der Verwaltungspraxis, den Zeitraum für Bürgereinwendungen sowohl in Sachen RROP als auch beim Naturschutzgebiet Untere Oste in die niedersächsischen Sommerferien zu legen. Das sei, ob gewollt oder nicht, eine "im Ergebnis wenig bürgerfreundliche Verwaltungspraxis", urteilt die Arbeitsgemeinschaft.




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