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Post muss im Dorf bleiben


Horeis_Mahler.jpgPolitische Schützenhilfe und Unterschriftenaktion soll die Post umstimmen.

Wie berichtet, soll zum 1. Juli 2013 die Postfiliale im Schwebefährendorf geschlossen werden. „Aus grundsätzlichen Erwägungen wird die Deutsche Post das bestehende Filialformat beenden“ begründete die Post ihre Entscheidung. An den Umsatzzahlen kann es nicht liegen, denn die Kunden kommen auch aus den Nachbargemeinden in die Postfiliale, die seit dem 1. April 2009 in der Gärtnerei Haack untergebracht ist.

Der Post geht es um die Einwohnerzahlen im Schwebefährendorf: Zum Zeitpunkt der Kündigung hatte Osten knapp unter 2.000 Einwohner. Die Post stützt sich dabei auf die Post-Universaldienstleistungsverordnung, in der es heißt: „In allen Gemeinden mit mehr als 2.000 Einwohnern muss mindestens eine stationäre Einrichtung vorhanden sein …“.

Nach heutigem Stand (09.01.2013) kann Osten allerdings mit 2.029 Einwohnern aufwarten und nun bekommt Inhaberin Birgitta Mahler Schützenhilfe aus der Politik. Parteiübergreifend setzen sich Fraktionsmitglieder von CDU und SPD, Bürgermeister Carsten Hubert sowie Landtagskandidat Detlef Horeis für den Erhalt der Post ein.

„Es geht um die Sache, wir müssen alle an einem Strang ziehen damit der ländliche Raum nicht ausblutet“, so Horeis, der bereits erfolgreich für die Einrichtung einer Postfiliale in Oberndorf kämpfte.

Mit einer großangelegten Unterschriftenaktion kann jeder Bürger im Schwebefährendorf zum Erhalt der Postfiliale beitragen.

Von Karl-Heinz Brinkmann



Bürgerstimmen:

Wir Einwohner im Schwebefährendorf sind empört. Unsere Postfiliale besteht seit 2009 und nun soll sie geschlossen werden. Die Gründe sind mehr als an den Haaren herbei gezogen. Die Deutsche Post sollte die aktuellen Einwohnerzahlen heranziehen, denn wir sind 2029 Einwohner, also mehr als die geforderten 2000 Einwohner.

Wie sollen ältere und oder behinderte Menschen das auf die Reihe bekommen? Wir haben keine Bus- oder Bahnanbindung. Also muss man jetzt, selbst für einen Postbesuch, ein Taxi bestellen. Wird so der ländliche Raum ausverkauft? Meine Bitte: Unterschreibt bei Birgitta Mahler (Betreiberin der Postagentur) die Protestliste gegen die Schließung.

Gut finde ich, dass der SPD-Landtagskandidat Detlef Horeis und auch die Fraktionsmitglieder der SPD und CDU sich für den Erhalt der Ostener Postfiliale einsetzen. Wir kämpfen um die Anerkennung der Schwebefähre zum Weltkulturerbe. Brauchen wir dafür auch eine Mindesteinwohnerzahl? - Marianne Dittmann



Das ist doch wieder mal typisch: Das Großunternehmen „Deutsche Post“ holt zum Rundumschlag aus, immer bedacht auf Gewinnmaximierung ohne Rücksicht auf die „kleinen Leute“.

Das ist in diesem Fall die ältere Generation, die kein Auto mehr fahren kann oder sollte. Die lächerliche Begründung, Gemeinden unter 2000 Einwohnern bräuchten keine Post mehr in ihrem Dorf, ist mehr als fadenscheinig. Osten hat mindestens 2029.

Stellen wir uns folgendes Szenario vor: Würden Sie mit dem Rollator und einem großen Paket nach Hemmoor laufen wollen? Per Fahrrad ist das doch auch schon eine Herausforderung. Oder wegen einem einzigen wichtigen Brief? Wegen 58 Cent 2,5 Kilometer laufen? Die Postfiliale in Osten wurde rege frequentiert. Also lohnend. In der Ostener Postfiliale liegen Blätter aus, die zur Unterschriftenaktion gegen die Schließung dieser Filiale aufrufen.

Beteiligen Sie sich bitte daran. Geben Sie es weiter. Wir müssen uns wehren. Die Ostener brauchen ihre Post. Zur Not können wir uns auch an unseren Ministerpräsidenten David McAllister wenden. Der hat uns schließlich auch beim Mobi-Kino unterstützt. Wir müssen alle Chancen nutzen. - Heidemarie Haak



Mit Bestürzung haben wir erfahren. daß die Poststelle in Osten gekündigt wurde und beabsichtigt ist, sie zumindest herunterzustufen. Der Grund dafür liege im unzureichenden wirtschaftlichen Erfolg und insbesondere in der gesunkenen und unzureichenden Einwohnerzahl.

Wir selbst sind Ärzte in Osten und versuchen, mit zwei weiteren Kollegen und einer leistungsfähigen Apotheke eine optimale medizinische Versorgung zu
bieten, darüber hinaus aber auch mit den vorhandenen Geschäften dazu beizutragen, die dörfichen Strukturen zu erhalten und zu fördern. Das ist in Osten bisher auch gelungen. Dabei ist zu bedenken, dass zum Versorgungsbereich von Osten ein Gebiet gehört, das zusätzlich zum Ort Osten den übrigen Bereich des Kirchspiels mit den Ortsteilen Hüll-Gehrden, Nieder- und Oberhüll umfaßt, womit die Mindestzahlen deutlich überschritten wären.

Bevor Hemmoor Stadt wurde, bestand es aus 4 Dörfern, die alle nicht die Mindestzahl für eine Post erreicht hätten, aber natürlich einen notwendigen Versorgungsbereich dargestellt hätten, was belegt, daß nicht die Dorfgröße, sondern die Größe der Versorgungsregion beurteilt werden könnte.

Sicherlich ist das wirtschaftliche Ergebnis - auch für uns - ein wichtiger Faktor. Aber Sie - wie wir - erfüllen ja auch soziale Funktionen, soweit möglich. Wir möchten Sie daher bitten, bei Ihren Entscheidung en auch Region "im Auge zu behalten" und mit dazu beizutragen, sie lebensfählg zu erhalten. - Dr. Manfred und Lars Toborg



An den Verfassungsauftrag, gleichwertige Lebensbedingungen in Stadt und Land zu schaffen, hat die gemeinnützige Arbeitsgemeinschaft Osteland in einem Protestbrief die Deutsche Post AG erinnert. Anlass sind Pläne, die Postfiliale in der rund 2000 Einwohner großen Gemeinde Osten zu schließen.

Die Pläne liefen, so der Vorsitzende der "Lobby für die Oste", Jochen Bölsche, allen Absichten und Aussagen zuwider, den ländlichen Raum zu stärken. Die Post sei ebenso wie Grundschule, Geschäfte und ärztliche Versorgung "unabdingbare" Voraussetzung für ein funktionierendes Gemeinwesen. Die Arbeitsgemeinschaft hebt hervor, dass die Ostener Post auch "Anlaufstelle für die Orte Hüll und Großenwörden" ist.

Der beabsichtigten Schließung haben sich neben Kommunalpolitikern wie Carsten Hubert (CDU) und Detlef Horeis (SPD) auch viele Bürger widersetzt, darunter zwei ortsansässige Ärzte (Protestschreiben siehe oben).

Dass Bürgerengagement etwas bewirken kann, hat sich im Nachbarort Oberndorf im September 2007 gezeigt: Aufgrund von Protesten und des Einsatzes vor allem der damaligen SPD-Abgeordneten Dr. Margret Wetzel bekamen die Oberndorfer nach über drei Jahren einen "Postpoint" im Dorfladen Lemke und damit wieder eine postalische Anlaufstelle.
Jochen Bölsche, AG Osteland




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